Presse-Mitteilung | LAG FW

LAG FW begrüßt Ehrenamtsstrategie – fordert jedoch zügigere Umsetzung

29.10.2025 | News, Pressemitteilung

LAG FW begrüßt Ehrenamtsstrategie – fordert jedoch zügigere Umsetzung

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG FW) begrüßt die gestern vom Kabinett verabschiedete Niedersächsische Strategie für Engagement und Ehrenamt des Landes Niedersachsen, mit der das Thema Ehrenamt erstmals systematisch in den Fokus der Landespolitik gerückt wird. Die Strategie nennt wichtige Handlungsfelder wie hybrides Engagement, Prävention von Einsamkeit, Bürokratieabbau, Digitalisierung sowie Abbau von Zugangshürden bspw. in den Bereichen Inklusion, Sprache oder Alter. Diese Schwerpunkte zeigen, dass die Landesregierung die Breite und Komplexität des Engagements ernst nimmt.

„Wir haben die Umsetzung der Empfehlungen der Enquetekommission Ehrenamt lange gefordert – nun ist es gut, dass das Kabinett reagiert und das Ehrenamt als tragende Säule unserer Gesellschaft in den Mittelpunkt stellt“, sagt Kerstin Tack, Vorsitzende der LAG FW. Gleichzeitig weist sie jedoch darauf hin, dass das Ergebnis hinter den Erwartungen bleibt: „Zwar sind die Maßnahmen klar benannt, doch es fehlt an einem verbindlichen Zeitrahmen um die ambitionierten Ziele rasch und wirksam umzusetzen“, so Tack.

Ebenso positiv bewertet die LAG FW die geplante Einführung einer Koordinierungsstelle für Ehrenamt und Engagement in der Staatskanzlei. Eine solche zentrale Anlaufstelle kann helfen, Themen zu bündeln, Doppelstrukturen zu vermeiden und den Austausch zwischen den unterschiedlichen Ressorts auf Landesebene, den Kommunen und der Zivilgesellschaft zu stärken. Entscheidend ist jedoch, dass diese Koordinierungsstelle rasch mit Leben gefüllt wird.

Die LAG FW begrüßt außerdem die geplante Kleinstförderung für freiwilliges Engagement. Gerade diese Form unbürokratischer Unterstützung ist für viele Vereine und Initiativen überlebenswichtig. Insbesondere in einer Zeit, in der viele Organisationen einen generationellen Übergang bewältigen und sich gleichzeitig der digitalen Transformation stellen müssen. Wenn die Babyboomer-Generation ins Rentenalter eintritt und sich zugleich Anforderungen durch Digitalisierung und neue Kommunikationsformen verändern, brauchen Vereine flexible und leicht zugängliche Hilfen, um sich neu aufzustellen. Deshalb erwartet die LAG FW auch hier eine rasche und praxistaugliche Umsetzung der angekündigten Förderinstrumente.

Gleichzeitig kritisiert die LAG FW, dass die vorgesehenen Mittel für die Mikro­förderung und den Ausbau digitaler Qualifizierungsangebote bislang nicht konkret beziffert sind und damit Unsicherheit über die Umsetzung entsteht. Ebenso bleibt offen, wie die Stärkung der Freiwilligenagenturen vor Ort zügig und flächendeckend erfolgen soll – gerade hier braucht es klare Zusagen.

„Wir erwarten, dass das Land jetzt zügig mit konkreten Maßnahmen und verlässlichen Zeitplänen seine Strategie lebendig werden lässt. Nur so kann das Ehrenamt die Unterstützung erhalten, die es angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen dringend braucht – und die engagierten Menschen vor Ort spürbar entlastet werden“, so Tack abschließend.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an den Pressesprecher des Paritätischen Niedersachsen, Herrn Jens Starkebaum.
Jens.Starkebaum@paritaetischer.de
Tel.: 0511.52486-393 | Mobil: 0151.74653956​

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