Hannover / Niedersachsen. Vom 23. bis 25. September waren Vertreter*innen der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Niedersachsen (LAG FW) auf einem Arbeitsbesuch bei den europäischen Institutionen in Brüssel. Ziel des Besuchs war es, aktuelle Herausforderungen des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Europa zu erörtern, sich über das neu konstituierte EU-Parlament zu informieren und die zukünftige Ausrichtung der EU-Förderprogramme zu diskutieren.

von links nach rechts: Frederick Wilke, Agnieszka Krawczyk-Balon, Andris Gobiņš, David Schulke, Michael Freericks, Walter Lennart, Lena Düpont, Thore Wintermann, Dr. Gerhard Tepe, Tobias Kutschka, Heike Wiglinghoff, Andreas Bartels, Rifat Fersahoglu-Weber, Katharina Gavers, Imke Schmieta, Dr. Marie Kajewski, Michael Grünberg, Reinhard Kühn, Krzysztof Balon | Foto: Niedersächsische Landesvertretung bei der EU in Brüssel
Im Zentrum des Besuchs stand der Parlamentarische Abend in der Niedersächsischen Landesvertretung mit dem Thema „Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Europa – Herausforderungen und Chancen in turbulenten Zeiten“. Dazu kamen die Vertreter*innen mit Lena Düpont, niedersächsische Europaabgeordnete, und Andris Gobiņš, Präsident der Europäischen Bewegung Lettland, in den Austausch. Dr. Gerhard Tepe, Vorsitzender der LAG FW, betonte eingangs: „In einer Zeit zunehmender Unsicherheiten und gesellschaftlicher Spannungen, die durch einen Mangel an Sozialer Gerechtigkeit, einer nicht zufriedenstellenden Migrationspolitik und einem erstarkenden Nationalismus gekennzeichnet ist, ist es umso wichtiger, als europäische Gemeinschaft die Risiken und Herausforderungen gemeinsam zu tragen, um sie erfolgreich zu bewältigen“.
Neben dem Parlamentarischen Abend fanden weitere Treffen statt. In einem Gespräch mit der EU-Kommission wurde die Zukunft der Kohäsionspolitik thematisiert, die für den Erhalt und die Förderung des sozialen Zusammenhalts in Europa von zentraler Bedeutung ist. Außerdem tauschte sich die Delegation der LAG FW mit der Europaabgeordneten Katrin Langensiepen zu Fragen der Inklusion in Europa aus.
Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war das Treffen mit Herrn Oliver Röpke, Präsident des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA). Hierbei stand das Thema „Generationsübergreifende Solidarität – Auf dem Weg zu einem europäischen Pakt zwischen den Generationen“ auf der Agenda. Neben Krzysztof Balon, stellv. Vorsitzender Gruppe Organisationen der Zivilgesellschaft (Gruppe III) des EWSA, war auch Philippe Seidel, politischer Leiter der AGE-Plattform, vertreten. Im Gespräch wurde die Notwendigkeit deutlich, den generationsübergreifenden Austausch und die Zusammenarbeit zu stärken, um soziale und wirtschaftliche Lösungen für ein Miteinander aller Generationen zu erreichen.
Gleichermaßen war die LAG FW sehr daran interessiert, sich über die aktuellen Entwicklungen im neuen parlamentarischen Zyklus zu informieren, um sicherzustellen, dass die Belange der Wohlfahrtspflege auch weiterhin auf europäischer Ebene Gehör finden. Die europäische Förderpolitik, insbesondere im Rahmen der Kohäsionspolitik, spielt dabei eine zentrale Rolle, soziale Projekte und Initiativen in Niedersachsen zu unterstützen. Der enge Dialog mit den europäischen Institutionen ist daher entscheidend, um auch zukünftig von europäischen Fördermitteln zu profitieren und die soziale Landschaft in Niedersachsen nachhaltig zu stärken. Der Arbeitsbesuch in Brüssel unterstrich somit die Wichtigkeit der europäischen Vernetzung für die Wohlfahrtspflege. Gerade in Zeiten politischer und sozialer Herausforderungen, wie sie derzeit zu spüren sind, ist der gemeinsame Austausch unabdingbar. Dies wurde von allen Gesprächspartner*innen besonders betont.
In der LAG FW sind die sechs niedersächsischen Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossen: Dies sind Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonisches Werk, der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Jüdische Wohlfahrt. Damit repräsentiert die LAG FW etwa 8 000 soziale Einrichtungen, Beratungsstellen und Dienste mit mehr als 300 000 hauptamtlich Beschäftigten und 500 000 ehrenamtlichen Helfer*innen.