Presse-Mitteilung | LAG FW

Wohlfahrtspflege und Kinderschutzbund Niedersachsen fordern wirksame Kinderschutz-Strategie

23.05.2024 | Pressemitteilung

Hannover, 23. Mai 2024. Nicht erst seit dem Bekanntwerden des vielfachen Missbrauches von Kindern in Lügde vor einigen Jahren steht fest, dass junge Menschen vor Gefahren geschützt werden müssen. Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen und der Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen haben ein Positionspapier veröffentlicht, in dem sie die Forderungen nach einem wirksamen Landeskinderschutzgesetz formulieren.

„Wir begrüßen ausdrücklich das Vorhaben eines ressortübergreifend entwickelten und verantworteten Kinderschutzgesetzes auf Landesebene“, so Daniela Rump, Vorsitzende Kinderschutzbund Niedersachsen. Zeitgleich machen die Verbände der Wohlfahrtspflege und der Kinderschutzbund Niedersachsen auf gravierende Defizite aufmerksam. So gibt es bisher keine Einbindung der Fachpraxis in die Entwicklung der Kinderschutzstrategie. Dies wird als dringend geboten angesehen, da Kinderschutz eine zentrale gesellschaftspolitische Aufgabe ist. „Diese zu vernachlässigen, wäre eine schwere Hypothek für die Ge-sellschaft insgesamt“, heißt es von Dr. Gerhard Tepe, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege. Weiterhin sind die Forderungen nach ausreichenden finanziellen Mitteln und mehr Personal für einen starken Kinderschutz zentral. Ebenso entscheidend ist die flächendeckende Versorgung mit Facheinrichtungen für Beratung und Behand-lung. Dazu gehören der Ausbau von Einrichtungen mit den Angeboten Krisen(-intervention), Diagnostik, Trauma-Behandlung und die Einrichtung mobiler Kriseninterventionsteams, um die Unterversorgung mit Trauma-Netzwerken und Kriseninterventionszentren auszugleichen und der Ausbau von Präventions-, Beratungs- und Therapieangeboten für Täter*innen. Die bestehenden Fachberatungsstellen sind in der Einschätzung verschiedener Expertisen sowohl unterfinanziert als auch personell unterbesetzt.

Insgesamt muss die Qualitätsentwicklung des Kinderschutzes abgesichert werden, dazu kann ein Kinderschutzgesetz, welches unter Beteiligung von Fachexpertinnen und -experten entwickelt wurde, entscheidende Weichen stellen. Die fachliche Auseinandersetzung mit „Kinderschutz-Fällen“ zeigt, dass die Sicherung von Kinderschutz kontinuierliches gesellschaftliches Engagement, hohe fachliche Expertise in den Institutionen und damit verbunden die Bereitstellung ausreichender personeller und finanzieller Ressourcen erfordert. „Eine Kinderschutzstrategie mit einem Landeskinderschutzgesetz kann diese Aufgaben absichern. Als Akteurinnen aus der Fachpraxis erklären wir daher nochmals deutlich unsere Bereitschaft an der Mitgestaltung eines Landeskinderschutzgesetzes mitzuwirken“, sagen die landesweit tätigen Verbände.

Download (PDF)

Positionspapier für eine wirksame Kinderschutz-Strategie in Niedersachsen (PDF)